newsbanner
drylightning.de

State Of Apple _ Sa.27.04.13

Meine Apple-Ausstattung war selten so umfassend und aktuell wie derzeit. Auf meinem Schreibtisch steht der super dünne 27 Zoll iMac, daneben nenne ich ein 13 Zoll MacBook Pro mein eigen (Retina) und für unterwegs gibt's ein iPad und ein iPhone der neuesten Generation.

Jedes einzelne Produkt finde ich grandios und um Klassen besser als seine Vorgänger. Einzig der Purple-Haze-Mist der iPhone-Knipse ist immer wieder ein Ärgernis. Bei aller Begeisterung sind aber alle Geräte vor allem ausgefeilte und ausgereifte Evolutionen schon zuvor feiner Geräte und keines eine Revoltion "in it's own right".

Auch deshalb: Apple fühlt sich zuletzt "anders" an und es scheint Grund zur Sorge um die Marke, deren Status und ihre Zukunft zu geben.

Man betrachte so auch die Flaute und die Pannen auf der Software-Seite: Maps war ein Flop, auch Final Cut X überzeugte nicht im ersten Anlauf und quasi alle Anwendungen sind auf dem Stand von vor ein oder zwei Jahren – kleinere UpDates außen vor. Das gilt für die Consumer-Anwendungen ebenso wie für die Pro-Apps. Lightroom hat nicht ohne Grund Aperture deutlich abgehängt. Und selbst eine Prestige-Anwendung wie iTunes ist in der aktuellen – immerhin tatsächlich neuen – Version nicht aha und wow, sondern eher naja.

Nicht falsch verstehen – eigentlich ist es gut, dass nicht alles ständig "neu" ist und man sich gezwungen fühlt, das "alte" schon wieder auszuwechseln. Apple vertand es in der Vergangenheit aber durchaus manches wertig und beständig zu führen und immer wieder an anderer Stelle sehr gesprächswert unerwartetes zu präsentieren, was nicht nur für sich, sondern auf alles strahlte. Das war clever, stark, faszinierend. Aber... das war und scheint auch wirklich gewesen zu sein.

Was ist da los im Staate Cupertino? Fehlt Steve Jobs doch so viel mehr, als man eben noch dachte? Die Fürungsebene scheint zumindest in Schrälage. Tim Cook verknarzt die wenigen Präsentationen, die es seit Jobs Tod gegeben hat, Mr. iOS Jack Forstall wird durchaus überraschend geschast, Retail-Chef John Browett kaum im Amt wieder freigesetzt und Bob Mansfield erst verabschiedet, dann zurück geholt. Hinzu kommt, dass Aktionären plötzlich dick Dividenden ausgeschüttet werden, was bislang eher ein No-Go war. Warum? Zur Beruhigung, da der Aktienskurz zuletzt fiel?

Auch das Timing der letzten Produkteinführungen scheint rückblickend verquer. Das letzte iPad kam nur wenige Monate nach seinem Vorgänger ohne dramatische Veränderungen auf den Markt. Der iMac wurde mit dem kleinen Retina MacBook Pro vorgestellt, war dann aber frustrierend lange nicht verfügbar. Und in diesem Jahr? Bislang einfach nix.

Alles für sich vielleicht schon Grund genug die Stimmbänder für einen kleinen Abgesang zu wärmen, allamiriender aber noch die zuletzt wirklch peinliche Kommunikationsarbeit von Apple. So wurde eine Genius-Kampagne geboren und gleich wieder eingestampft, wirken die iPhone- und iPad-Spots bemüht und blutleer und zum 10-jährigen Jubiläum von iTunes fällt den Recken aus Cupertiono nix besseres ein, als eine inhaltsleere Klick-Section in der Anwendung, die als "Milestones" vor allem das WANN von iPod- oder Programm-Aktualisierungen benennt. Für eine Firma, die immer betonte, sie liebe Musik und früher Events und Clips mit Superstars realisierte, die mehr Kunst-Anspruch, als Kommerz-Habitus versprühten, bitter, peinlich, traurig.

Auch die Werbung für den neuen Berliner Apple-Store die über farbliche Unterschiede in der Schrift in "Apple Store Kürfürstendamm Berlin", "Apple für Berlin" herausarbeitet, ist affig.

Tja, so schaut man und staunt man, was da aktuell passiert und wundert sich gar nicht so sehr, das die aufgewachte Konkurrenz ihre Chancen sucht, findet und nutzt.

Bleibt abzuwarten, ob Apple zur WWDC im Juni aus dem Dörnröschen-Nap erwacht und alle Zweifel mit einem Lächeln zur Seite schubst, ein Fernseher von Apple doch noch kommt, der die nächste Augen-Öffnende-Superdekade für Apple Inc. öffnet, aus dem Nichts die iWatch oder auch etwas ganz anderes und Johnaten Ive in seiner neuen Verantwortung auch für den Look von Software hier mit ganz neuen Akzenten umzuhauen versteht.

Wir werden sehen und dann zu verstehen versuchen. So oder so.

[ back ]

strich
strichchen
specials
Specials

© Apple Inc.

twitter
news
music
movies
books
mpdrys
dryshots
drymovies
feedback
imprint
werner
instagram1
DL